Recht und Gericht in Österreich 

Der Ablauf eines Strafverfahrens

Die Beteiligten am Strafprozeß

Im Strafverfahren sind folgende Beteiligte in chronologischer reihenfolge beteiligt:

Der Beschuldigte

Besteht der Verdacht, daß eine Person über 14 Jahre eine strafbare Handlung begangen hat, so wird diese ab Einbringung der Anklageschrift oder Einleitung der Voruntersuchung durch den StA oder als Beschuldigter bezeichnet. Die Stellung als Beschuldigter ergibt sich aus den zur Last gelegten Anschuldigungen. Ab Anordnung einer Hauptverhandlung heißt der Beschuldigte "Angeklagter"

Der Staatsanwalt

Als öffentlicher Ankläger macht der Staatsanwalt den Strafanspruch des Staates geltend. Sobald dieser durch eigene Wahrnehmung oder Meldungslegung durch die Exekutive von einer strafbaren Handlung Kenntnis erlangt, hat dieser von Amts wegen zu verfolgen und das Erforderliche zu veranlassen.

Der Privatankläger

Eine zur Privatanklage berechtigte Person ist Partei des Strafverfahrens. Das Recht, innerhalb von 6 Wochen nach Kenntnis der Tat Privatanklage zu erheben, ergibt sich aus dem Strafgesetzen (z.B. Üble Nachrede, Vorwurf einer schon abgetanen gerichtlich strafbaren Handlung, Verletzung des Briefgeheimnisses etc. sind Privatanklagedelikte).

Der Privatbeteiligte

Behauptet jemand, durch eine strafbare Handlung geschädigt worden zu sein, so kann er sich mit seinen zivilrechtlichen Ansprüchen (z.B. Schadenersatz, Herausgabe von Sachen) dem Strafverfahren anschließen.

Wird der Angeklagte freigesprochen, so ist der Privatbeteiligte auf den Zivilrechtsweg zu verweisen (d.h. er hat die Möglichkeit, bei einem Zivilgericht als Kläger eine Klage gegen den angeblichen Schädiger zu erheben.)

Im Falle eines Schuldspruches sollte das Strafgericht auch über die Ansprüche des Privatbeteiligten entscheiden, was in der Praxis selten vorkommt - auch hier kommt es zu einer verweisung des Geschädigten auf den Zivilrechtswag.