Recht und Gericht in Österreich 

Strafbare Handlungen

Den Strafgerichten obliegt die Verfolgung gerichtlich strafbarer Handlungen. Gerichtlich strafbar ist eine Handlung, wenn diese zur Zeit ihrer Begehung mit Strafe bedroht war.

In verschiedenen Gesetzen sind derartige mit Strafe bedrohte Delikte normiert (z.B. Strafgesetzbuch - StGB, Militärstrafgesetz, Suchtmittelgesetz - SMG, Waffengesetz, Verbotsgesetz, Finanzstrafgesetz, aber auch Mietrechtsgesetz, Telekommunikationsgesetz - TKG oder Zivildienstgesetz)

Im Strafrecht unterscheidet man zwischen Vergehen (Strafdrohung bis 3 Jahre) und Verbrechen (Strafdrohung ab 3 Jahren), deren Verfolgung in Österreich den Bezirksgerichten, Gerichtshöfen, Geschworenengerichten als erste Instanz zusteht.

Verwaltungsstrafrecht

Neben den gerichtlich strafbaren Handlungen gibt es auch Verwaltungsübertretungen, bei denen von Exekutivorganen Verwaltungsstrafen (Geld- und/oder Freiheitsstrafen) verhängt werden können. Im Verwaltungsstrafrecht gibt es keine bedingten Strafen. Die Verhängung einer Freiheitsstrafe von mehr als 2 Wochen ist nur bei Vorliegen besonderer Erschwerungsgründe zulässig. Wie im gerichtlichem Strafrecht kann bei Uneinbringlichkeit der Geldstrafe eine Ersatzfreiheitsstrafe verhängt werden.