Recht und Gericht in Österreich 

Die im Gericht tätigen Personen

Gerichtsbeamte/ Vertragsbedienstete sind in den Geschäftsstellen (Gerichtskanzleien zu den einzelnen Abteilungen innerhalb eines Gerichtes) tätig. Sie sind zuständig für den Schriftverkehr der Gerichte mit den Parteien/ Parteienvertretern.

Rechtspfleger sind besonders ausgebildete Gerichtsbeamte, die zur Entlastung der Richter einfache Geschäfte der Gerichtsbarkeit erster Instanz durchführen (z.B. Erlassung bedingter Zahlungsbefehle im sog. Mahnverfahren, Führung des Grundbuches und des Firmenbuches, Pfändung von beweglichem Vermögen etc. - siehe Zivilprozeß). Diese sind an die Weisungen des Richters gebunden. Der Richter kann jederzeit die Erledigung einer bestimmten Rechtssache an sich ziehen.

Richter sind die unabhängigen, unversetzbaren und unabsetzbaren Staatsorgane, die mit der Rechtssprechung bei den Zivil- und Strafgerichten betraut sind. Meist sind dies Berufsrichter (Diplomstudium der Rechtswissenschaften Voraussetzung), die in einem ständigen Dienstverhältnis zum Staat stehen. In Handels- und Arbeits/ Sozialrechtssachen gibt es zusätzlich ehrenamtliche Laienrichter, die ohne juristische Ausbildung auf Grund ihrer besonderen Kenntnisse am Gerichtsverfahren beteiligt sind.

In Strafsachen fungiert die Staatsanwaltschaft als vom Gericht getrennte, selbständige Behörde, die im Strafverfahren die Funktion des öffentlichen Anklägers wahrnimmt. Zum Staatsanwalt kann nur ernannt werden, wer auch die erforderlichen Voraussetzungen für das Richteramt hat (akademisches Studium, Ablegung der Richteramtsprüfung).