Recht und Gericht in Österreich 
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Carina12345 : ( 2013-09-04 22:45:40 / 2032855 ) Hausübergabe Eltern - Pflichtteil Kinder

Hallo, vor mehreren Jahren haben unsere Eltern uns das (Eltern)haus etwas überstürzt übergeben, und zwar mir, weil meine beiden Schwestern explizit nichts vom Haus wissen wollten und im Übergabevertrag einen Pflichtteilsverzicht unterschrieben haben. Das heißt, ich hab das Haus alleine. Eltern haben lebenslanges Wohnrecht. Vielleicht nutze ich es eines Tages.

Wir wollen das mit dem Pflichtteil nochmal gerne irgendwie nachholen. Geht das? Mit Hilfe eines Rechtsanwaltes oder wer hilft da durch? Der Notar?

Also ich möchte meine beiden Schwester auszahlen - wonach macht sich das fest? Ich habe gehört, ab dreifachen Einheitswert - also der beträgt laut einem Finanzamtsbescheid 75.000 (ich hab aufgerundet, ist zum leichter Rechnen). Geht das danach? Pflichtteil bedeutet gedrittelt, oder? Also dann müsste ich jeder 25.000 zahlen?

Ein Bekannter hat uns gesagt, man müsse den Verkehrswert schätzen lassen - versteh ich icht - der Verkehrswert liegt doch vor? Einfach den Einheitswert durch 3 teilen, oder?

Gehen wir zu einem Rechtsanwalt oder besser zu einem Notar? Wer genau legt fest, was und wieviel ich meinen Geschwistern auszahle? Was ist denn nun wirklich die Bemessungsgrundlage? Wie ergibt sich die letzten Endes?

(Eltern bleiben außen vor, die können nicht mehr.)

Antworten:

@Carina : ( 2013-09-05 07:25:02 / 2032857 )

Die Sache ist ganz einfach. Rechtlich haben Deine Schwestern auf ihren Pflichtteil verzichtet. Wenn Du ihnen trotzdem etwas zahlen willst, dann ist das allein Deine Sache, wieviel Du ihnen gibst. Sie haben keine Ansprüche. Egal wie hoch der Einheitswert oder der Verkehrswert ist. Gib ihnen, was Du glaubst. Einen Notar benötigst Du dafür auch nicht. Der kostet nur und bringt in Deinem Fall nichts. Am Bezirksgericht kriegst du meistens Dienstags Gratisauskunft und Beratung. Mfg

..-.. : ( 2013-09-05 07:26:25 / 2032858 )

Wenn deine Schwestern verzichtet haben, bleibt es dir überlassen, was du auszahlen willst. Wieso überhaupt einen Notar bemühen? Wenn jede 25.000 Euro bekommt dafür, dass sie überhaupt keinen Anspruch hat, kann sie sich eh glücklich schätzen.

Momentan ist das Haus sowieso noch nichts wert, weil die Eltern das Wohnrecht haben. Daher wäre es zu überdenken, den Schwestern (freiwillig!) erst etwas zu zahlen, wenn die Eltern verstorben sind. Du weißt ja nicht, wie viel an Pflegekosten und -aufwand anfallen wird. Das Haus ist für dich derzeit nicht nutzbar, du hast also momentan keinen Vorteil davon.

Carina12345 : ( 2013-09-07 23:34:56 / 2032940 )

Danke für die Antworten!
Carina

..-.. : ( 2013-09-09 06:37:34 / 2032974 )

Wie wird deine weitere Vorgangsweise sein?

Carina12345 : ( 2013-09-10 22:42:37 / 2033057 )

Wir haben den Übergabsvertrag nochmal gecheckt und dabei entdeckt, dass meine Schwestern bezüglich Haus zwar auf ihr Pflichtteil verzichtet haben, aber ich habe auch auf einen Pflichtteil verzichtet - nämlich alles andere, also alles, was nicht das Haus betrifft (Sparbücher, allfälliges Guthaben auf Konto). Das wiegt das Haus allerdings nicht auf. Daher bzw. trotzdem belassen wir alles, wie es ist und warten ab. Wir haben es nicht so dringend damit, wir dachten nur an ein nachträgliches Auszahlungsthema überhaupt, weil eine Schwester dran denkt sich selbstständig zu machen und wir beim Schauen, was an Familienressourcen da ist, Möglichkeiten überlegt haben.
Ich leihe der einen Schwester jetzt einfach so ein bisschen ein Geld und verschieben die Haus- und weitere Auszahlungsthemen auf unbestimmte Zeit. Wenn es verkauft wird, schaut die Sache ja auch nochmal anders aus.

Aber es hat sich die nächste Frage ergeben. Falls mein Freund und ich heiraten, sollte er einen Pflichtteilsverzichtsvertrag bezüglich Haus unterschreiben oder? Betrifft das einen Ehepakt oder ist das eher im Rahmen eines Testamentes?

Ich will, falls meine Eltern eines Tages nicht mehr leben und ich "plötzlich" abtrete, meinen Schwester ermöglichen (also falls sie mich überleben), das Haus zu verkaufen oder was immer damit zu tun. Das geht aber nur, wenn (m)ein Ehemann mit dem Haus nichts zu tun hat, nehme ich an. Nicht dass meine Schwestern bezüglich unseres Elternhauses blöd schauen und handlungsunfähig sind, weil mein "zukünftiger Witwer" seine Hand in irgendeiner Weise drauf hat.

Dabei gibts 2 Möglichkeiten:
a) Wir wohnen darin (nicht abgetennt, aber Rückzugsmöglichkeit)
b) Wir wohnen gar nichts darin

(Am besten wäre es, ich würde so wie alle aus der mütterlichen Verwandtschaft einfach 100 werden, dann müsste man sich um sowas keine Gedanken machen, oder?)

Ich glaub, jetzt muss ich doch zu einem Notar. :-/

Aber falls ich nochmal Rückmeldung oder Gedankenanstöße bekommen könnte, wäre ich sehr dankbar!

+++ : ( 2013-09-11 00:14:05 / 2033058 ) @Carina

Wenn dir das Haus schon überschrieben wurde, d.h. du bereits im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen bist, dann brauchst du dir wegen eines zukünftigen Ehemannes keine Sorgen machen.

Der Grund: Alles was in eine Ehe eingebracht wird, gehört demjenigen alleine und muss nicht geteilt werden!

Bürger : ( 2013-09-11 02:02:49 / 2033059 ) Kleiner Irrtum

Was in eine Ehe eingebracht wird, gehört zwar allein demjenigem, der es einbrachte, aber im Todesfall ist der Ehemann und wenn vorhanden, auch die Kinder erbberechtigt.

..-.. : ( 2013-09-11 06:19:13 / 2033060 )

Ich glaube, für diese Fragen solltest du doch einen Notar oder Rechtsanwalt konsultieren.

Der Ehemann hat natürlich einen Pflichtteilsanspruch. In 95% der Fälle stirbt jedoch der Ehemann zuerst, da 1. geringere Lebenserwartung von Männern und 2. der Ehemann meist der Ältere der beiden Ehepartner ist.

Eine Möglichkeit wäre weiters, nicht zu heiraten, wie es heutzutage viele vormachen.

fussballer-1213 : ( 2013-11-17 18:14:21 / 2034124 ) Nachlass bzw. Erbe

Guten Tag!

Meine Mutter möchte den Nachlass ihres Elternhauses regeln, welches
sie und ihre Mutter bewohnen. Wir sind zwei Söhne.

Das Einfamilienhaus besitzt einen Vehrkerswert von €200.000.-. Sie ist
alleinige Besitzerin, wobei ihre Mutter (80 Jahre alt) ein Wohnrecht auf
Lebenszeit besitzt. Sollte ihre Mutter sterben, kann sie das Haus nicht
mehr alleine erhalten. Aus diesem Grund möchte sie das Haus einen
von uns schenken, wobei ihr ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert
wird und der andere ausbezahlt werden soll. Wie hoch müsste der
Auszahlungsbetrag sein? Unsere Mutter ist 55 Jahre alt.

Danke im Voraus.

Nadanke : ( 2013-12-03 16:49:05 / 2034208 ) Ehemann soll Pflichteilsverzicht unterschreiben

Hat eine von euch Weibern bedacht, wie es ist, wenn der Freund bzw. zukünftiger Ehemann für das Haus in dem er mit der Dame wohnen soll, gleich einen Pflichtteilsverzicht unterschreiben soll? Wenn er Pech hat, stirbt sie doch vor ihm und er stände dann im Alter auf der Strasse. Das würde nur ein Grenzdebiler unterschreiben.

..-.. : ( 2013-12-11 12:57:05 / 2034291 )

Der Witwer hat ein Wohnrecht an der Ehewohnung.

kalashnikov : ( 2013-12-11 19:24:22 / 2034296 ) einfache Rechnung

Auszahlungsbetrag bei 2 potenziellen Erben = Verkehrswert
abzüglich eingetragener Wohnrechte dividiert durch 2 =
sofort fällig.

Rizzo : ( 2016-09-06 13:29:41 / 2050039 ) rizzimo@gmx.at

Nachdem mein Schwiegervater verstorben
ist , haben wir meine damlige Frau und
das von der Schwiegermutter überschrieben
bekommen.Vom Notar beglaubigt und mit
Wohnrecht auf Lebzeit für die
Schwiegermutter und noch mit einem
Belastungs-Veräusserungsverbot.

Zuvor haben die Geschwister eine
Verzichtserklärung gegenüber der Mutter
unterschrieben.
Weiters wurde die Auszahlung des
Pflichtteils von Uns an den Gewchwistern
beschlossen.

Das Wir mit dem Umbau vom Haus beginnen
konnten.Natürlich mit der Unterschrift
der Schwiegermutter vom Notar beglaubigt
wegen des Verbotes.
Die Fertigstellung ist schon einige Jahre
her und bin mittlerweile Geschieden.
Seit dem muss ich für das Haus und meine
Wohnung bezahlen.Wegen des Wohnrechts.
Die Exschwiegermutter ist mittlerweile
verstorben.
Jetzt meine Frage:
Damals als wir die Geschwister Ausbezahlt
haben, hat uns ihr Bruder gedroht wenn
die Mutter stirbt bezahlen wir wieder an
Sie. Und sie werden alles daran setzten.
Weil wir ja das Haus mit dem Umbau
aufgewertet haben und deswegen bekommen
sie noch etwas.Der geschah nach der
Auszahlung.
Haben Sie da noch irgend welche Ansprüche
gegeüber vom Haus trotz Auszahlung des
Pfichtteils??




..-.. : ( 2016-09-07 07:30:25 / 2050048 )

Wenn damals alles formal korrekt abgewickelt wurde, haben die Geschwister keine Ansprüche. Die Geschwister haben ja einerseits verzichtet, andererseits eine Abfindung bekommen.

Für die Investionen, die du mit deiner damaligen Frau getätigt hast, noch Geld zu verlangen, ist wohl etwas frech. Würde wahrscheinlich auch ohne Pflichtteilsverzicht nicht durchgehen, sofern ihr nachweisen könnt, was ihr alles bezahlt habt.

Die_Gier_is_a_Hund : ( 2016-09-07 08:26:28 / 2050049 )

Es ist immer wieder interessant, zu beobachten, wie sich in den meisten Familien die unterschiedlichsten *Charaktere* über die Jahrzehnte entwickeln...

Da wird aus einem kleinen Feigling ein großer Versager.
Aus einem, der schon als Kind das größte Stück vom Kuchen wollte/bekam, wird ein rücksichtsloses Alpha-Tier...

Wenn es dann auch noch um *Besitz* geht, zeigt sich, wo die Habgier zu Hause ist, und wer wieder einmal durch den Rost fällt. So ist das im Leben. Nur die Stärksten ÜBERLEBEN!

GeoRod : ( 2016-10-21 20:45:28 / 2050252 ) Pflichtteil

Hallo, ich habe auch eine Frage bezüglich des Erben. Mein Bruder verweigert mir meinen Pflichtteil. Das Haus wurde schon auf seinen Namen geschrieben und im Testament wurde er als Alleinerbe erwähnt. Ich möchte aber jetzt meinen Pflichtteil über einen Rechtsanwalt einfordern. Habe ich Chancen? Wie wird das gehandhabt wenn es statt einer Schenkung einen Kaufvertrag gibt? Bei einer Schenkung kann ich angeblich auf meinen Pflichtteil bestehen aber bei einem Kaufvertrag weiß ich leider nicht ob ich eine Chance habe.

Vielen Dank im vorraus.
Lg

zum Profil... dieechteroswitha : ( 2016-10-21 21:39:04 / 2050253 )



Ihr Bruder ist ein Idi.t. Ich vermute ursächlich für
diese Misere ist wohl ein Familienstreit. Weil
ansonsten hätten Ihre Eltern schon im voraus ein
gerechtes Testament verfasst. Lebt noch ein Elternteil?

Das Haus wird wohl geschätzt werden. Und vom Schätzwert
wird der Pflichtteil berrechnet. Sonst könnte jeder das
haus um 1000 Euro an den geliebten Sohn verkaufen, und
der böse bekommt dann einen Pflichtteil in der Höhe von
einem McDonalds-Menü. So geht das auch nicht.

GeoRod : ( 2016-10-26 07:52:30 / 2050293 ) Pflichtteil

Mein Bruder ist momentan nicht nur ein Id**t sondern ein Ar***. Wir haben nie gestritten weder mit meiner Mutternoch mit ihm. Erst jetzt nachdemmeine Mutter gestorben ist habe ich vom TEstament erfahren. Einen Rechtsanwalt habe ich schon und ich werde meinen Pflichtteil einklagen nachdem ich anscheinend sowieso die Jahre nichts Wert war und mit meinen Bruder nichts mehr zu tun haben möchte ist es mir mittlerweile egal. Ich muss nur die Kosten des Sachverständigengutachtens dann noch aufbringen aber dafür wird es auch noch eine Lösung geben.

Herzliche Dank auf jedenfall für die Antwort.
Lg

DSP : ( 2017-10-20 08:23:28 / 2051816 ) Hausübergabe zu lebzeiten

Guten Tag,
bitte um Erste Schritte wenn mein Vater seinen Besitz zu lebzeiten übergeben will,
gibt es vielleicht eine Art Liste dazu?
Vaters Besitz soll unter zwei Kindern aufgeteilt werden und das dritte sollte auf Ansprüche verziechten weil schon Ausbezahlt?
Gibt es dazu eine allgemeine Vorgangsweise, was gibt es zu tun und wie sind die Kosten gering zu halten?
danke im voraus eine bemühte Tochter.

zum Profil... blub : ( 2017-10-21 07:39:05 / 2051827 )

Das hängt davon ab, wer was will und was sichergestellt werden soll.

Google (5 Sek)

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/79/Seite.794010.html

Da wird man sich weiterhandeln müssen. Ob es der bemühten Tochter und dem Vater vielleicht nicht doch 1.000 - 2.000 EUR Wert sein sollte nachhaltige und schriftliche Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen um das sauber zu regeln....

Um einige Kosten (Notar, GrEst bzw. ImmoEst) kommt man nicht gänzlich herum, man kann hier aber sicher kosten bzw. steuerschonend vorgehen. Ist kein Geheimwissen - kann man sich erarbeiten oder man bezahlt einen Fachmann.

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