Recht und Gericht in Österreich 
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MarieLouiseAnnabell : ( 2014-09-01 23:23:01 / 2040825 ) Eigentumswohnung Trennung Finanzierung

Hallo,

mein Exfreund hat, nachdem wir über zwei Jahre zusammen waren, eine
Eigentumswohnung mit Wohnbauförderung gekauft. Wir haben vereinbart,
dass ich nach einer möglichen Trennung mein investiertes Geld zurück
bekomme. Die Wohnung läuft nur auf ihn. Ich musste beim Notar nur
vorlegen, dass wir als Partner (Lebensgemeinschaft) die Wohnbauförderung
bezahlen können.

Jetzt ist meine Frage, wie hoch stehen die Chancen, da ich für den Kredit und
die Wohnbauförderung jeden Monat die Hälfte bezahlt habe das Geld zurück
zu bekommen.

Er könnte nicht behaupten, dass es sich um Miete gehandelt hat, da es das 1.
nicht war und 2. die Wohnbauförderungsgesetzte nicht zulassen. Ich habe ihn
nach der Trennung noch nicht darauf angesprochen, aber jetzt will er die
Wohnung verkaufen und ich möchte mein Geld zurück. Habe ich eine reelle
Chance, da es sich um einen mündlichen Vertrag handelt, mein Geld zurück
zu bekommen?

Danke

Antworten:

+++ : ( 2014-09-02 10:45:07 / 2040831 )

Wie wäre es, wenn du zuerst mal mit deinem Ex darüber sprichst?

MarieLouiseAnnabell : ( 2014-09-02 16:33:00 / 2040840 ) Mit dem Ex reden

Die Frage ist, was er dannach tut. Er hat zwar die Beziehung beendet, aber ich
bin mir bei ihm nicht sicher. Er hat mir versprochen, das Geld für die Möbel zu
geben, die er behalten wollte und ich dann zurückgelassen habe. (Ja, ich
konnte sie auch nicht brauchen und habe keinen Platz dafür in der neuen
Wohnung). Er sagt immer er hat kein Geld und ich bekomm es dann oder
dann, habe schon etwas schriftlich gemacht, aber bei ihm weiß man nie. Es
geht ja vor allem darum ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, das auch
offiziell über einen Anwalt laufen zu lassen.

Was ist, wenn ich ihm das sage, er die Wohnung schneller verkauft und dann
gar kein Geld mehr da ist, weil er den Kredit damit zurück bezahlt hat. Ihm
traue ich da wirklich alles zu und ich habe auch keine Lust darauf mich
großartig zu streiten, wenn es sinnlos ist. Wie auch immer, ich will jetzt noch
keine Pferde scheu machen sondern nur einmal wissen, ob es da auch
rechtliche Möglichkeiten gibt!

LG Marie




+++ : ( 2014-09-02 17:12:29 / 2040841 )

Wenn er die Wohnung über die Bank finanziert hat, dann steht diese sicher auch im Grundbuch. Bei einem Verkauf geht dies sowieso dann nicht ohne Zustimmung der Bank und mit dem Erlös wird auch der Kredit getilgt werden müssen. Ob also vom Verkaufspreis dann noch was übrig ist, ist sowieso fraglich. Hat außer euch von der mündlichen Vereinbarung über die Rückerstattung der von dir geleisteten Zahlung auch sonst noch jemand Kenntnis oder kannst du die Zahlungen irgendwie belegen?

Berater : ( 2014-09-02 18:51:04 / 2040846 )


Da auch ein mündlicher Vertrag rechtsgültig sein kann, sehe ich gute Chancen dass sie zumindest auf einen Teil des Geldes Anspruch haben.
Bedenken sie aber dass er ihnen möglicherweise einen Betrag (Etwa in Miethöhe) für die Nutzung der Wohnung in Abzug bringen kann.
Würde er ihnen alles zurückzahlen hätten sie ja 2 Jahre kostenfrei die Wohnung genutzt und er müsste auch noch für die Abnutzung (Notwendige Renovierungen) die Kosten tragen.
Lg.


zum Profil... dieechteroswitha : ( 2014-09-02 19:11:12 / 2040850 )

So wie sich das anhört wird er dir kein Geld zahlen wollen.
Zumindest nicht freiwillig.

Wer hat Strom/Heizung gezahlt?

Berater : ( 2014-09-02 19:40:59 / 2040852 ) Nachtrag


Dass er die Wohnung verkaufen will brauchen sie nicht ernst nehmen.
Wer in Österreich Wohnbauförderung in Anspruch nimmt, dem seine Liegenschaft ist zunächst mit einem Veräußerungsverbot belastet. (Steht im Grundbuchauszug) Das bedeutet: Der Eigentümer darf seine Immobilie nur unter bestimmten Umständen weiterverkaufen.
Wenn sie da Sicherheit haben wollen,
holen sie sich einen Grundbuchauszug.
Es gibt auch Wohnbauförderungen da darf man seine Wohnung nicht einmal vermieten.
Lg.

MarieLouiseAnnabell : ( 2014-09-02 21:23:25 / 2040853 ) Wohnung

Die Wohnung ist in NÖ. Er darf also keine Mietansprüche stellen, die es auch
nie gab, denn die Wohnung wurde zwar von ihm gekauft aber wir haben uns
die Kosten geteilt. Wie es als Paar m.E. üblich ist. Lebensmittel, Wärme, Strom,
TV, Internet. Alles wurde geteilt. Die Lebenserhaltungskosten sozusagen sind
hier auch außen vor. Die Wohnung wurde schon mit Wohnbauförderung vom
Vorbesitzer übernommen, insofern dürfte einem Verkauf also nichts im Wege
stehen. Monatlich wurden die Kosten vom Konto überwiesen, also ist da
nachweisbar.

Er kann aufgrund der Wohnbauförderung keine Mietansprüche stellen, denn
das wäre gesetzlich auch nicht korrekt. Das ist auch der Grund warum er sie
wieder verkaufen will, er kann die Kosten alleine nicht tragen. Tatsache ist,
dass viele Menschen aus meinem privatleben von dieser Vereinbarung wissen.
Natürlich ist man im Nachhinein immer klüger heute würde ich es schriftlich
machen.

Es geht nicht darum, dass ich mietfrei gewohnt habe, es geht darum, dass ich
mitbezahlt habe und er dann schlussendlich daraus gewinn zieht, da es sein
Eigentum ist dass ich mitfinanziert habe. Das ist ein großer Unterschied.
Wohnt man in einer Mietwohnung zusammen geht, man trennt sich, zieht aus,
dann ist das eben so. Aber er hat die Wohnung gekauft, damit wir
zusammenleben können und sie auch gemeinsam abbezahlen. Dass wir
zahlen können, mussten wir vor einem Notar auch bestätigen lassen.

Er bekommt das investierte Geld zurück. Ja das stimmt, einen
Grundbuchauszug sollte ich mir ansehen, werde ich auch tun.

Mit freundlichen Grüßen
Marie

..-.. : ( 2014-09-03 06:05:23 / 2040859 )

Wie lange wart ihr zusammen, 2 Jahre? Wenn du zur Miete gewohnt hättest, hättest du vermutlich mehr zahlen müssen als die Wohnbauförderung ausmacht.

Was hast du geglaubt, wenn er sich die Wohnung alleine nicht leisten kann, wovon soll er dann deinen "Anteil" auszahlen? Wenn du zur Miete gewohnt hättest, wäre es dich teurer gekommen. Du hast ja auch gewohnt und die Wohnung abgenutzt.

Ich nehme an, dich wurmt, dass er auf deine Kosten Vermögen erworben hat. Du hättest dir vorher überlegen müssen, dass du bei der WBF nicht mitzahlen willst. Dann aber hätte er sich die Wohnung nicht leisten können und ihr hättet zur Miete wohnen müssen, was vermutlich noch teurer geworden wäre. Setze die Rückzahlungsraten in Relation zur Miete einer Wohnung vergleichbarer Lage und Größe, und dann wirst du wahrscheinlich feststellen, dass du vergleichsweise günstig gewohnt hast.

Lass dich entweder von einem Anwalt kompetent beraten (wobei ich glaube, dass die rechtlichen Möglichkeiten gering sind, selbst wenn es einen schriftlichen Vertrag gäbe) oder schreibe das Ganze als Lehrgeld (das eh keines ist) ab und sei das nächste Mal klüger.

Berater : ( 2014-09-03 11:47:14 / 2040864 )


Danke ..-.. : !

Genau dass habe ich gemeint.
Ich habe ja auch nicht von Vermietung gesprochen.
Sondern dass es zu einer Anrechnung der Nutzung der Wohnung in etwa der Miethöhe kommen kann.

Über die Vergleichskosten gibt es bereits sehr ausführliche Berechnungen von Experten.
Bei einer Mietwohnung mit einer angenommenen Miete von 1000.- Euro würde die im Vergleich Kreditfinanzierte Eigentumswohnung 740.- Euro (Kreditrate) kosten.
(Ein weitere nicht zu unterschätzender Vorteil ist dass die Kreditrate über die Laufzeit gleich bleibt.
Die Miete sich aber bei einer angenommen Kreditlaufzeit von 20 Jahren deutlich erhöht hat.)
Ich kann hier nicht sagen wie ein Gericht im Streitfall entsteiden wird, aber dass sie sich was Anrechnen lassen müssen diese Gefahr besteht nun mal.
Lg.





MarieLouiseAnnabell : ( 2014-09-03 15:37:41 / 2040889 ) ---

Oh mein Gott,

frauenhassende Männer die nur ne geldgeile Frau sehen - von diesen
brauche ich keine Tipps!! Im übrigen war vereinbart dass ich das
eingezahlte plus Gewinnanteil zurückbekomme, sollte es einen geben!
Ich will aber nur mein Geld zurück!

Noch einmal, Mietanspruch kann er nicht stellen :) Sollte er das tun,
gäbe er ja zu das Land NÖ betrogen zu haben! Hätte er das Angebot
nicht gemacht, hätte ich mir eine kleine Wohnung, die mir alleine
günstiger gekommen wäre, in Wien genommen! ;)

Vielleicht gibts hier ein paar weitere konstruktive Ratschläge.

Mit freundlichen Grüßen









..-.. : ( 2014-09-04 05:56:05 / 2040917 )

Ich frage mich wirklich, was das mit Frauenhass zu tun haben soll, wenn man jemanden zum Nachdenken auffordert.

Seit wann gibt es bei der WBF einen Gewinnanteil?

Ich wiederhole, geh zu einem Rechtsanwalt und lass dich beraten. Wenn du glaubst, dass eine Wohnung in Wien günstiger kommt, dann viel Glück bei der Suche. Unter 500€ ist auch die kleinste Wohnung nicht zu haben, und dass die WBF im Monat 1000€ gekostet hat, kann ich mir nicht vorstellen, so viel WBF gibt es gar nicht für ein Objekt.

zum Profil... crazymoon : ( 2014-09-04 11:56:05 / 2040925 ) @MarieLouiseAnnabell

"Die Wohnung läuft nur auf ihn."
Warum habt ihr nicht 50/50 im Grundbuch gemacht? Dann gäbs diese Probleme heute nicht.

..-.. : ( 2014-09-04 14:48:06 / 2040928 )

Von welchem Betrag sprechen wir überhaupt? D.h. wie viele Jahre wurde die WBF zurückgezahlt, und wie viel war das in etwa?

Berater : ( 2014-09-04 19:34:34 / 2040946 )


Sorry, jetzt kann ich nicht mehr zusehen, wie da im Dunklen rumgetappst wird.
Daher versuche ich erst mal "Licht ins Dunkel" zu bringen

Wohnbauförderung ist nicht Wohnbauförderung.
1.Wohnbauförderung ist Landessache
Die Länder gewähren entweder ein besonders günstiges Darlehen, helfen mit Annuitäten- und Zinsenzuschüssen bei der Rückzahlung eines Kredites oder geben einen einmaligen, nicht rückzahlbaren Baukostenzuschuss.
Je nach Bundesland gelten andere Bestimmungen - und das nicht nur in der Höhe der Förderung, sondern auch bei den Einkommensgrenzen sowie bei der Art der Förderung.
2.Mit der Wohnbauförderung hat man nur als "Häuslbauer" direkt zu tun. Bei Miet- und Eigentumswohnungen holen sich nämlich die Bauträger die Finanzierungsmittel. Der Wohnungskäufer erhält dann die fixfertige Anzahlung sowie die monatliche Rückzahlung vorgeschrieben.
3.Was ich davon halte, wenn Frauen Rechtsfragen beantworten,darüber sage ich aus Sicherheitsgründen nichts aus.
Lg.

FrankS : ( 2017-09-21 15:22:43 / 2051741 ) Eigentumswohnung - Eintragung?

Meine damalige Freundin (mittlerweile meine Frau) und ich wohnen in einer Eigentumswohnung, die auf sie eingetragen wurde. Wir waren damals nicht verheiratet. Inzwischen haben wir ein Kind gemeinsam.
Finanzierung der Wohnung war gemeinsam:
-Sie hat die Anzahlung am Anfang gemacht
-Ich habe die laufenden Anzahlungen überwiesen
-Nun geht es um den offenen Betrag, denn ich auszahlen möchte und gleichzeitig als Gatte mit 50% als Eigentümer in die notwendigen Unterlagen eingetragen werden möchte.

WAS muss ich da machen, wie gehe ich da vor? Brauche ich einen Notar oder gehe ich zu der Genossenschaft, die die Verwaltung über hat?
Auf was muss ich aufpassen?

Vielen Dank für konstruktive Beiträge.

Neue Antwort: Vor dem Posten bitte Einloggen! (Es gibt nach wie vor die Möglichkeit Einträge ohne Registrierung zu machen. Allerdings werden diese streng überprüft und beim kleinsten Verstoß gegen die Regeln gelöscht.)
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