Recht und Gericht in Österreich 
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Mario_B : ( 2016-12-07 09:17:30 / 2050505 ) Privatverkauf - Willhaben

Guten Tag,

ich bräuchte bitte einen fachkundigen Rat, bezüglich eines Privatverkaufs via "Willhaben".

Ich habe auf dieser Internetplattform Jeans verkauft, die nach meinem Eindruck relativ neuwertig waren.
Nach einigen Tagen hatte sich ein Käufer gefunden, und das Geld wurde im voraus überwiesen.
Er bestand auf keinen Kaufvertrag, daher wurde der Geschäftsfall mittels E-Mail verkehr abgewickelt.

Vor kurzem hab ich eine Nachricht vom Käufer enthalten, wo er den Zustand der Ware bemängelt. Sie sind angeblich nicht in dem Zustand wie er sich das vorgestellt hat und schickt mir die Jeans retour bzw. möchte die volle Summe rückerstattet haben.

Meine Frage ist jetzt:

1.) Muss ich die Jeans retour nehmen, aufgrund versteckter Mängel?
2.)Wenn ja, darf ich die Versandkosten, welche von mir getragen wurden, abziehen?
3.) Welche Schritte kann der Käufer einleiten, bzw. ist es sein Recht, die Gewährleistung einzufordern?

Danke euch schon einmal vorab,

BG Mario_B

Antworten:

zum Profil... weilander : ( 2016-12-07 18:49:33 / 2050507 ) Echt jetzt?

Dieses Pseidoforum finden sie, aber keine antworten im restlichen Netz???


Privat an Privat

Gewährleistungsbeschränkungen und –ausschlüsse in Geschäften zwischen zwei Privatleuten sind nicht generell verboten. Hier wäre im konkreten Streitfall nur zu prüfen, ob eine solche Vereinbarung nicht dennoch anfechtbar ist.

Wenn Herr Krause sein gebrauchtes Auto an Herrn Schilcher – beide treten als Privatpersonen auf – verkauft und im Kaufvertrag festhält, dass das Fahrzeug "besichtigt und probegefahren" wurde und daher "jede Gewährleistung" ausgeschlossen sei, so ist dies zulässig und grundsätzlich wirksam.
Arglistig verschwiegen ...

Sollte Herr Krause dennoch schwere Mängel des Fahrzeuges, die nicht offenkundig waren, Herrn Schilcher arglistig verschwiegen haben, dann kann Herr Schilcher den Kaufvertrag allenfalls – wegen eines Geschäftsirrtums – anfechten.
... oder Mangel einfach übersehen?

Wer schließlich beim Abschluss des Kaufvertrages offenkundige Mängel übersieht und den Vertrag dennoch abschließt, kann für solche Mängel keine Gewährleistung einfordern. Dies gilt aber nur für Mängel, die schon bei Vertragsabschluss erkennbar sind, aber keinesfalls für Mängel, die erst bei Auslieferung – also der Vertragserfüllung durch den Vertragspartner – für den Käufer offenkundig sind.

..-.. : ( 2016-12-13 14:26:31 / 2050534 )

Wie war der genaue Wortlaut der Anzeige auf willhaben? Hast du eine Sachmängelhaftung sowie Rückgabe ausgeschlossen? Hast du die Jeans als neuwertig verkauft?

Waren Fotos beigefügt, wenn ja, wie gut ließ sich der Zustand der Jeans erkennen? Vielleicht passt sie ja bloß nicht und der Käufer will deswegen den Vertrag rückgängig machen. Hast du dem Käufer noch zusätzliche Fotos geschickt, was sich immer empfiehlt, weil die Bilder auf willhaben ziemlich klein sind.

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