Recht und Gericht in Österreich 
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zum Profil... Michel0 : ( 2017-06-12 17:47:40 / 2051297 ) Weniger als Pflichtteil nach Hausübergabe

Von welcher Summer berechnet sich der Pflichtteil? Höhe?
Mein Exmann hat nach der Scheidung vor 10 Jahren das jetzt 23 Jahre alte
Haus behalten. Ich soll meinen Anteil monatlich ausbezahlt bekommen
(20 Jahre lang).
Bei der Scheidung im April 2007 war das Haus Euro 300.000 Wert.
Nun übergibt er es unserer ältesten Tochter, diese übernimmt dafür die
noch ausstehenden Schulden (40.000 Annuitäten, mein noch offener
Anteil von 60.000).

Da der Vater nicht mehr im Haus wohnt, hat sie fürs Wohnen im Haus die
Betriebskosten übernommen.
In den letzten 5 Jahren hat sie das Haus auf ihre Kosten hergerichtet
(Aussenfassade, Abdichten wg. Schimmel, Boiler, div. Renovierungen.....).
Dies hat auch ca. 100.000 gekostet.

Nun möchten sie folgendes vereinbaren:
Sie sind der Meinung, dass meine ältere Tochter "NUR" 100.000
geschenkt bekommt, da sie ja schon 100.000 hineingesteckt hat und für
die noch zu übernehmenden Schulden von 100.000 nimmt der
Lebensgefährte meiner älteren Tochter einen Kredit auf.
Dafür steht er dann zu einem Drittel im Grundbuch.

Unsere jüngere Tochter soll daher als Pflichtteil jetzt nur Euro 15.000 von
ihrer Schwester in bar erhalten da ja nicht 300.000 übergeben werden
sondern NUR 100.000!
Ich finde das nicht in Ordnung!!

Von welchem Wert rechnet sich eigentlich jetzt der Pflichtteil?
Es kann doch nicht sein, dass von einem Wert von vor 10 Jahren
ausgegangen wird?
Andererseits verstehe ich, das sie keinen höheren Wert annehmen wollen,
da sonst die diversen Eintragungsgebühren und Finanzamtszahlungen
höher werden.

Da meine jüngere Tochter seit 9 Jahren in Amerika lebt weiß sie von
nichts.
Sie wollen ihr auch nichts von der Übergabe sagen und ihr irgendwann
innerhalb der nä. 5 Jahre ihren Pflichtteil überweisen.

Bis jetzt habe ich zu beiden Kindern ein sehr gutes Verhältnis und so stehe
ich im Zwiespalt. Aber ungerecht soll es auch nicht sein.

Was kann ich meiner jüngeren Tochter raten oder für sie tun?

Antworten:

Poubelle : ( 2017-06-12 19:44:45 / 2051298 )


Grundsätzlich: ein Anspruch auf einen
Pflichtteil oder ein
Pflichtteilergänzungsanspruch entsteht
erst im Erbfall - also beim Tod deines
ex.
Vorher ist niemand verpflichtet der
jüngeren Tochter etwas auszuzahlen.

Andererseits kann sie dann aber im
Erbfall auch später noch versuchen einen
höheren Betrag zu bekommen. Sie darf
vorher aber keinen Verzicht
unterschreiben.

Es zählt dann der Wert des Hauses zum
Todeszeitpunkt. Abzüglich der Mittel die
die andere Tochter direkt ins Haus
gesteckt hat.

Im Moment kann die jüngere also eh nix
tun.

LG


zum Profil... Michel0 : ( 2017-06-13 05:56:11 / 2051301 )

Ah danke, jetzt wo ichs lese kommt mir vor, dass ich das schon einmal
gehört habe!
Und wenn z.B. die ältere Tochter das Haus vor dem Todesfall des Vaters
selber weiterverkauft oder selber weitergibt (seis an eigene Kinder oder an
den Lebensgefährten, der jetzt dann auch schon zu einem Drittel im
Grundbuch steht). Ihr Vater ist 55 Jahre, also wird der Todesfall
normalerweise nicht so bald eintreten - hoffe ich für ihn.
Dann wäre ja theoretisch gar kein Erbe mehr da von dem ein Pflichtteil
berechnet werden könnte?

Poubelle : ( 2017-06-13 09:38:49 / 2051303 )

Google mal nach
Pflichtteilsergänzungsanspruch!

Die ältere Tochter kann mit dem Haus
machen was sie will. Aber wenn der Vater
einmal stirbt kann die jüngere kommen und
kann in Geld ihren Anteil von Haus etc
von der älteren Schwester einfordern.
Egal wem das Haus dann gehört. Die ältere
Schwester muss das dann entsprechend
auszahlen.

Es sind nur zwei Kinder? Keine neue
Ehefrau? Dann wären die 15 000 im Moment
sowieso zu wenig.

Und nochmal: sie darf keinen
Pflichteilsverzicht unterschreiben. Denn
dann geht natürlich gar nix mehr.

LG


zum Profil... Michel0 : ( 2017-06-13 15:17:50 / 2051307 )

Nein, es sind nur unsere 2 Kinder.
Danke für die nochmalige Antwort!
Auch ihr Notar meinte, 15.000 sind genug, sie würden dass schon so
machen dass es nicht mehr wird.
Die Restschuld fürs Haus zahlt jetzt bei der Überschreibung der
Schwiegersohn, dafür steht er jetzt dann für 100.000 im Grundbuch,
100.000 hat sie schon in die Renovierung gesteckt.
Dann wären (dzt.) 100.000 "verschenkt" worden......
1/4 von den 100.00 wären mind. 25.000!!!
Aber, nachdem sowieso alles in ferner Zukunft liegt ist alles nur fiktiv :-((.


zum Profil... Doris : ( 2017-06-14 10:09:32 / 2051310 ) @ Michel0

Von den Investitionen, die Ihre aeltere Tochter bzw. ihr Lebensgefaehrte in das Haus gesteckt hat, waere es widersinnig, wenn diese den Pflichtteilsanspruch der zweiten Tochter erhoehen wuerden.
Eine - ev. auch gemischte - Schenkung an einen Nicht-Pflichtteilsberechtigten (den Lebensgefaehrten) verringert den Pflichtteilsanspruch aller Pflichterben, waehrend Pflichtteilsberechtigte sich Vorauszuwendungen ggfs anrechnen lassen muessen (allerdings erst im Todesfall des Erblassers)

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