Recht und Gericht in Österreich 
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zum Profil... VerenaL83 : ( 2017-07-18 19:53:32 / 2051451 ) Auszahlung Erbteil

Hallo!
Ich habe eine Frage zu meiner aktuellen Lage und würde mich wirklich sehr über eine fundierte Antwort freuen!
Vor 9 Jahren ist meine Mutter verstorben. Da kein Testament aufgesetzt worden war, wurden meinem Stiefvater, meinem Bruder und mir je 1/3 des Hausanteils meiner Mutter zugesprochen. Das Haus gehörte je zur Hälfte meiner Mutter und meinem Stiefvater, sodass sich nun folgende Aufteilung ergibt: 2/3 für meinen Stiefvater und je 1/6 für meinen Bruder und mich.
Mein Stiefvater wohnt nach wie vor in diesem Haus (mein Bruder und ich nicht). Nun brauche ich aus persönlichen Gründen Geld für eine Ausbildung und möchte meinen geerbten Anteil von 1/6 des Hauses von meinem Stiefvater ausbezahlt bekommen. Er will uns jedoch nichts auszahlen. Auch auf die Frage, ob er mir meinen Teil abkaufen würde, hat er abgeblockt.
Nun zu meiner Frage: Was kann ich in diesem Fall tun? Kann ich meinen Erbteil einfordern? Welche Möglichkeiten habe ich, um das Geld für meinen geerbten Hausanteil von 1/6 zu bekommen, damit ich meine Ausbildung machen kann?
Ich danke euch schonmal im Voraus recht herzlich für die Mühe und freue mich auf eine hilfreiche und informative Antwort!
LG und noch einen schönen Abend!

Antworten:

Poubelle : ( 2017-07-18 21:23:53 / 2051456 )

Du bist also mit 1/6 Anteil im Grundbuch
eingetragen?

Dann könntest du eine
Teilungsversteigerung beantragen. Oder
zumindest damit drohen.

Du kannst rein theoretisch deinen Anteil
auch am freien Markt verkaufen. Nur wirst
du da im Allgemeinen keinen Käufer für
einen halbwegs passablen Preis finden.

Wäre es eine Option für dich einen Kredit
aufzunehmen und das sechstel als
Sicherheit anzubieten?

@VerenaL83 : ( 2017-07-18 22:00:25 / 2051457 )

Beantragen Sie die Versteigerung. Sie, Ihr Bruder & Ihr Stiefvater kriegen danach jeweils ein Drittel des Versteigerungs-Erlöses (nach Abzug aller Spesen/Kosten). Wenn Sie Glück haben, hören Sie vom Stiefvater nie wieder was. Wenn Sie Pech haben, verfolgt er Sie so lange er lebt mit biblischem Hass. Aber das muss Ihnen wurscht sein.


..-.. : ( 2017-07-19 06:08:01 / 2051458 )

Sie kriegt 1/6 des Erlöses, dem Stiefvater gehört nämlich eine Hälfte des Hauses.

Du könntest für die Benutzung deines Hausanteils Miete verlangen.

+++ : ( 2017-07-19 08:01:49 / 2051459 )

Was wurde vor 9 Jahren im Zuge der Erbschaft mit deinem Stiefvater vereinbart?

zum Profil... VerenaL83 : ( 2017-07-19 08:17:35 / 2051460 )

Damals wurde leider nichts vereinbart.
Mein Stiefvater ist aber mal davon
ausgegangen, dass wir nie Ansprüche
geltend machen werden... Aber der Tipp mit
der Miete für meinen Teil vom Haus ist gar
nicht schlecht - mein ehemaliges Zimmer
ist eh zu einem Gästezimmer geworden...
Danke!! Das ist sehr hilfreich!

..-.. : ( 2017-07-19 08:37:30 / 2051461 )

Freut mich, wenn ich helfen konnte.

Ich würde trotzdem überlegen, vorher noch anwaltliche Beratung einzuholen, auch wenn es ein paar Euro kostet.

Falls du rechtsschutzversichert bist, dann übernimmt die Versicherung die Kosten für eine Beratung im Jahr. Wenn nicht, empfiehlt es sich, eine Versicherung abzuschließen, und zwar eine, die auch Erbstreitigkeiten abdeckt und dann die Wartefrist abzuwarten.

@Verena83 : ( 2017-07-19 08:48:12 / 2051462 )

Muss mich entschuldigen!Wie man sieht, darf man nicht alles glauben, was hier so zsammgeschrieben wird. Nach dem Tod der Mutter bestand die Erbmasse nur mehr aus dem HALBEN HAUS: STIEFVATER 1 Drittel vom HALBEN HAUS
KIND1 1 Drittel vom HALBEN HAUS
KIND2 1 Drittel vom HALBEN HAUS
Mit je einem Sechstel Haus können die beiden Kinder nicht mehr wirklich AUFREIBEN, sondern höchstens lästig sein...

Ich bin total zerknirscht! ;-)



..-.. : ( 2017-07-19 12:51:04 / 2051463 )

Von Aufreiben war auch nicht die Rede, bloß von der Erlangung des zustehenden Rechts.

Wenn angenommen die ortsübliche Miete für das Haus 900€ betragen würde (sehr konservativ geschätzt), dann müsste der Stiefvater an die Geschwister monatlich 300€ zahlen, außerdem 3 Jahre rückwirkend. Das wäre sicherlich sehr unangenehm für ihn.

Je höher die Miete, desto blöder für den Stiefvater. Er hat bisher auf Kosten seiner Stiefkinder gratis die ihnen gehörenden Hausanteile benützt.

+++ : ( 2017-07-19 13:07:42 / 2051464 )

Eine Rechtschutzversicherung jetzt für diesen Fall ab zu schließen nützt dir jedoch auch nichts mehr - denn zum Abschluss bereits bestehende (Erbschafts)Fälle sind nicht gedeckt.

+++ : ( 2017-07-19 13:33:56 / 2051465 )

und noch etwas: der Pflichtteil besteht nicht darin, dass du jetzt tatsächlich Besitzer eines Teiles des Hauses bist, sondern dass du Anspruch auf eine finanzielle Abgeltung für diesen Teil hast (schau mal bei Google nach). Allerdings war die Verlassenschaft bereits vor neun Jahren - möglicherweise hättest du deinen Anspruch auf Auszahlung bereits geltend machen müssen. Da kann dir wahrscheinlich nur ein Anwalt oder eine Anfrage bei Gericht weiterhelfen.

..-.. : ( 2017-07-19 14:13:33 / 2051466 )

Es trat beim Tod der Mutter die gesetzliche Erbfolge ein, da kein Testament vorhanden war, die Frage des Pflichtteils stellt sich hier überhaupt nicht.

+++ : ( 2017-07-19 15:27:29 / 2051467 )

OK
Stell mir aber gerade folgendes Szenario vor:
Mann und Frau (beide 50) heiraten. Frau bringt 2 Kinder in die Ehe mit. Gemeinsam kaufen sie sich ein Haus, Eigentümer je zu 50%. Mit 75 stirbt Gattin. Mann und Stiefkinder erben je 1/3 der Haushälfte von Frau. Mann lebt natürlich weiterhin in seinem (schuldenfreien) Haus und 9 Jahre passiert nichts. Nach neun Jahren fällt den Stiefkindern plötzlich ein, dass sie nun kein Interesse mehr am 6-tel des Hauses haben und verlangen vom Stiefvater (mittlerweile 84) die Auszahlung des Erbteiles. Wann kann dieser nun tun?
1. Er heißt Rockefeller und hat ein großes Vermögen - daher Auszahlung möglich
2. Er hat das Geld nicht, bekommt in dem Alter auch keinen Kredit mehr - muss daher das Haus verkaufen und ins Altersheim ziehen oder
3. die Stiefkinder dürfen sich aussuchen, aus welcher Rippe sie dem Stiefvater das Geld für die Auszahlung des Erbteils schneiden
Kann es wirklich sein, dass man noch Jahre nach Abwicklung der Verlassenschaft auf Auszahlung des Erbteiles besteht?

zum Profil... Doris : ( 2017-07-19 18:27:20 / 2051468 ) @VerenaL83

https://www.help.gv.at/Portal
.Node/hlpd/public/content/79/
Seite.792043.html#Wohnungseig
entum

Ob Sie rückwirkend Miete
verlangen können, bezweifle
ich, da es keinen Vertrag
gibt - auch keinen mündlichen
oder schlüssigen. Außerdem
hat der überlebende Ehegatte
ein gesetzliches Wohnrecht.

Falls überhaupt - was ich
bezweifle - könnte die Miete
nur für die letzten 3 Jahre
verlangt werden. Ob sich das
dafür steht, den
Familienfrieden zu zerstören
bzw vor Gericht zu ziehen?
Bedenken Sie, dass ein Anteil
in einem bewohnten
Haus/Wohnung sehr viel
weniger Wert ist, als in
einem unbewohnten - Kaufpreis
genauso wie Miete.
Dann würde mich noch
interessieren, wer all die
Jahre für die Kosten
(Steuern, Abgaben,
Rauchfangkehrer,
Versicherung, Müllentsorgung,
Schneeräumung,
Instandhaltungs- und
Instandsetzungsarbeiten,
allfällige Umbauten,
Verbesserungen etc) bezahlt
hat. Falls es der Stiefvater
war, und der sich ggfs auch
noch um die Gartenbetreuung
gekümmert hat, müsste all das
gegenverrechnet werden. Ob da
noch viel übrig bleibt??




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