Recht und Gericht in Österreich 
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Lillileone : ( 2017-08-28 15:59:15 / 2051567 ) Pflegschaftssache / Erwachsener

Guten Tag liebe Menschen,
ich wende mich mit folgender Frage an euch:
Mein Mann hatte im Jänner diesen Jahres einen
Nervenzusammebruch und wehrte sich gegen die Festnahme,
bei der ein Beamter eine leichte Zerrung erlitt.

Er war mehrere Monate stationär im Krankenhaus, auch in
der Tagesklinik.
Seit drei Wochen ist er wieder berufstätig und wir
gehen wieder unserem normalen Leben nach.

Ein Gerichtsverfahren haben wir noch am Hals, wegen
Wiederstand gegen die Staatsgewalt und
Körperverletzung. Die Staasanwaltschaft fordert eine
Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme
Rechtsbrecher. Der Anwalt meinte das wird nicht
passieren - mein Mann hat keine Vorstrafen und war
bisher ( und auch danach ) niemals auffällig.

Die Verhandlung wird Ende Oktober sein.
Er musste auch mehrere Untersuchungen machen lassen, ob
er psychisch in der Lage ist Auto fahren zu dürfen.
Diese Untersuchungen waren alle super, den Führerschein
darf er behalten!

So.. nun kam heute ein Brief, der mir Sorgen macht. Und
ihm auch.
Da steht so quasi "Die Pflegschaftssache von Herrn XY
wird vom Bezirksgericht ABC an das Bezirksgericht EFG
übergeben, da sein Hauptwohnsitz dort ist."

So, wir wissen REIN GARNICHTS von einer
Pflegschaftssache - auch wohnt er bereits seit seiner
Kindheit nicht mehr in ABC, sondern in EFG.

Ich habe beim Gericht angerufen, weil mein Mann von 7 -
16 Uhr arbeitet, dort nicht telefonieren darf und das
Gericht nur von 07.30 bis 15.30 Uhr da ist. Er möchte
sich jetzt auch kein schlechtes Bild beim Chef machen
(er ist ja noch in Probezeit etc.) und kann nicht
anrufen. Erst am Freitag.

Natürlich sind wir total nervös. Kann mir bitte jemand
sagen was eine Pflegschaftssache bei Erwachsenen ist?
Oder was da auf uns zukommt?

Danke für eure Hilfe - ich bin so froh, wenn wir wieder
normal Leben können - wir sind seit zehn Jahren
zusammen, haben zwei bezaubernde Kinder und langsam
kommt mir das alles wie Sadismus vor. :(

Danke, vielen vielen Dank..

Antworten:

Lillileone : ( 2017-08-28 16:02:31 / 2051568 )

Nachtrag:
Zur Festnahme kam es, weil er den Suizid ankündigte.

Lillileone : ( 2017-08-28 16:03:54 / 2051570 )

Und das Gericht gab mir natürlich keine Auskunft.
Tut mir leid, ich bin etwas neben der Spur..

Isidorus : ( 2017-08-28 17:23:19 / 2051572 )

Das wird vermutlich die Kinder betreffen

zum Profil... Doris : ( 2017-08-28 21:18:54 / 2051579 ) @Isidorus

Das ist unwahrscheinlich,
denn da würden beide
Elternteile angeschrieben
werden.

Könnte eher um eine
Besachwaltung gehen, wobei
nach den Schilderungen eine
solche im Moment nicht
notwendig erscheint.

Keine Ahnung, was im
Strafverfahren wegen
Widerstandes gegen die
Staatsgewalt und
Körperverletzung die bessere
Taktik ist: eine - vermutlich
geringe - Strafe, eventuell
sogar auch nur eine Diversion
zu bekommen oder straffrei
wegen vorübergehender
Zurechnungunfähigkeit mit
möglicherweise Einweisung in
eine Anstalt für abnorme
Rechtsbrecher. Letztere
könnte jedoch
höchstwahrscheinlich durch
einen positiven
Entlassungsbefund des
Krankenhauses sowie auch die
übrigen Gutachten abgewendet
werden.
Für eine Besachwaltung sehe
ich wie gesagt keine
Notwendigkeit, sollte sich
diese dennoch nicht vermeiden
lassen, so sollte diese durch
die Frau und nicht durch eine
familienfremde Person
übernommen werden.


zum Profil... Doris : ( 2017-08-28 21:27:57 / 2051580 ) @Lillileone

Ihr Mann wird vermutlich
telephonisch ebenfalls keine
Auskunft bekommen.
Da Ihr Mann jedoch anwaltlich
vertreten wird, sollte der
Rechtsanwalt Ihnen sagen
können, worum es sich hier
handelt, bzw. dies beim
Gericht in Erfahrung bringen
können.

zum Profil... dieechteroswitha : ( 2017-08-30 00:32:55 / 2051587 )


Ich befürchte auch dass es da eher um die Kinder geht. Wenn er sich so aufgeführt
hat ist das auch kein Wunder. Irgendeine Behörde wird das amtswegig an das
Jugendamt oder ans Gericht ausgerichtet haben. Nur weil er jetzt den Führerschein
zurückbekommen hat, und einen guten Entlassungsbefund hat, schließt das ein
weiteres Vorgehen der Behörden nicht aus.

@doris, möglicherweise will die Behörde vorerst nur dem Vater die Obsorge
entziehen. Und nicht der Mutter.

Übrigens, es gab auf ORF im Schauplatz Gericht oder so, eine sehr spannende
Reportage wo beiden Elternteilen die Obsorge entzogen wurde, nur weil der Vater
lediglich Schulden hatte....

Zum Glück haben beide Elternteile die Obsorge wieder zurückbekommen. Aber es hat
Jahre gedauert bis dahin !!

zum Profil... blub : ( 2017-08-30 07:12:57 / 2051589 )

Verfahren über eine mögliche Sachwalterbestellung. Dein Mann kann jederzeit Akteneinsicht nehmen.

Abgestempelt : ( 2017-08-30 08:30:50 / 2051592 )

Wie kommen unschuldige Kinder dazu, mit solchen Eltern gestraft zu sein! Während die Überbehüteten zum Teil wohlstandsverwahrlost sind, werden die anderen vollkommen vernachlässigt. 2 Extreme, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Letztere werden aus der *Rue de Gack* nicht so leicht herauskommen. Dafür sorgen bei uns schon die Vorurteile, mit denen man Kindern aus solchen Familien begegnet.
Leider ist das so...

zum Profil... Doris : ( 2017-08-31 19:09:45 / 2051624 ) @dieechteroswitha

Auch wenn es um den Sorgerechtsentzug nur des Vaters
geht, würde auch die Mutter angeschrieben werden.
Wie geschrieben, und von "Blub" ebenfalls, dürfte es
sich um eine Besachwaltung handeln.

zum Profil... Doris : ( 2017-08-31 19:13:09 / 2051625 ) @Blub

Zur Akteneinsicht müsste sich der Betroffene aber
persönlich zum BG begeben, was aber aufgrund seiner
Berufstätigkeit (Probezeit) nicht möglich ist.

Lillileone : ( 2017-09-03 17:21:18 / 2051648 )

Dankeschön für eure Antworten!
Mein Mann hat Auskunft bekommen, es geht zum Glück nicht
um unsere Kinder - und ihm wird auch nicht die Obsorge
entzogen.

Es geht im Prinzip nur darum, dass seine Akte (ihm wurde
vor 11 Jahren wegen massiver
Geschwindigkeitsüberschreitung, 80kmh in der 30er Zone,
seine Fahrerlaubnis entzogen. Diese Akte lag noch bei
ABC. da dies damals die ausstellende Behörde war. :)

Danke für eure Antworten!

Mit dem Jugendamt haben wir guten Kontakt, da diese mir
damals mit kurzer Wartezeit einen Kinderpsychologen
organisieren konnten!


Danke für eure Zeit!!

Lillileone : ( 2017-09-03 17:27:39 / 2051649 )

Und eines möchte ich auch noch sagen.
Unsere Kinder sind sicherlich NICHT gestraft mit uns.
Wir sind absolut liebende Eltern und wollen nur das
Beste für unsere Kinder.

Und eine psychische Erkrankung kann JEDEN Menschen auf
dieser Welt treffen. Jeden. Mein Mann ist nicht im
Drogenrausch eskaliert oder hat sich betrunken
geprügelt.

Mein Mann hat eine Bipolare Störung, auf diese ist er
mit Medikamenten gut eingestellt - und seine Psychose
kam durch massiven Stress in einer Manie. Mein Mann
konnte nicht mehr klar denken. Und ist gewiss kein
schlechter Vater oder was auch immer.

zum Profil... dieechteroswitha : ( 2017-09-03 20:46:40 / 2051650 )


wollen wir das beste hoffen.......

zum Profil... Doris : ( 2017-09-06 08:23:27 / 2051664 ) @Lillileone

Dann ist ja alles gut.
Mich irritiert lediglich,
weshalb ein
Führerscheinentzug eine
Pflegschaftssache sein soll.

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