Recht und Gericht in Österreich 
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zum Profil... ullina : ( 2017-09-09 16:16:12 / 2051675 ) lebenslanges Wohnrecht

Ich hätte bitte ein paar Fragen zum lebenslangen Wohnrecht meiner
Mutter.
Ihr Bruder gab ihr vor 60 Jahren ein lebenslanges Wohnrecht in seinem
Gebäude. Dieses Wohnrecht ist laut notariellem Vertrag auch an uns drei
Kinder übergegangen.
Die neue Besitzerin (Tochter, also meine Cousine) will das Grundstück
verkaufen und hat uns Geld angeboten. Unserer Meinung nach aber zu
wenig und wir haben abgelehnt. Sie sagte, sie habe kein Problem, dass
ihre Tante lebenslang drinnen wohnt, aber sie möchte gerne verkaufen
und bat uns, auf das Wohnrecht zu verzichten. Als wir ablehnten begann
sie, unsere Mutter zu schikanieren: Drehte das Wasser ab, schaltete die
Heizung ab, verbarrikatierte den Hauseingang mit ihrem Auto ect. Jetzt
kommt sie mit einem SChreiben, dass sie das Bad renovieren will und
meine Mutter derweilen entweder auszieht, oder eben ein paar Monate
ohne Bad sein wird.
Darf sie das alles???
Danke für die Hilfe

Antworten:

WinWinWin : ( 2017-09-10 10:56:00 / 2051677 )

Das sind die "klassischen" Methoden, mit denen Hauseigentümer ihnen lästige Mieter/Mitbewohner loswerden wollen. Ein friedliches Zusammenleben ist nicht mehr möglich, wenn einer partout nicht will. Daher muss ein Kompromiss her! Der Eigentümer zahlt dem, den er loswerden will, einen angemessenen Betrag. Dann werden sich die beteiligten Personen friedlich einigen und keiner wird sich übertölpelt fühlen.



zum Profil... Doris : ( 2017-09-11 09:48:47 / 2051678 ) @ullina

Mir wuerde zu denken geben, weshalb die neue Eigentuemerin das Bad erneuern will, solange sie weder selbst in der Wohnung leben noch diese verkaufen kann, zumindest nicht lukrativ, denn wer kauft eine mit Wohnrechten belastete Wohnung?

Es ist zu befuerchten, dass sich die "Bauarbeiten" ueber Jahre hinwegziehen wuerden, und Ihre Mutter wuerde nicht zurueckziehen koennen. Uebrigens - nicht nur aus diesem Grund - Auszug, wenn ueberhaupt, dann nur, wenn Ihrer Mutter und den anderen Wohnberechtigten von Ihrer Cousine eine adequate Ersatzwohnung fuer die Dauer der Bauarbeiten zur Verfuegung gestellt wird. Wetten, dass das Interesse Ihrer Cousine am Badezimmer-Umbau rasch schwinden wird? Ein Badezimmer-Umbau kann bei guter Organisation auch viel rascher bewerkstelligt werden, und muss nicht MONATE dauern.

Gegen die Schikanen beim zustaendigen BG Unterlassungsklage allenfalls mit Schadenersatzforderungen einreichen.

@Doris : ( 2017-09-11 14:56:14 / 2051680 )

Das sieht doch ein Blinder, was ULLINA´S COUSINE für Absichten verfolgt...
Sie traut sich aber nicht, das offen auszusprechen, sondern macht´s auf die ganz miese Tour. So, wie´s Vermieter mit Mietern machen, die Altverträge haben...

zum Profil... blub : ( 2017-09-11 17:59:19 / 2051682 )

Die Eigentümerin darf nicht alles, eines muss aber auch klar sein: Eine erfolgreiche Besitzstörung bzw. Schadenersatzklage löst nicht das Grundproblem. Das Wohnrecht führt dazu, dass die Eigentümerin ein Grundstück hat, dass de facto wertlos ist

Solange es zu keinem fairen Ausgleich kommt, den beide Seiten für gerecht empfinden, wird es wohl keinen wirklichen Frieden geben. Langfristig würde ich überlegen ob man sich - allenfalls mit Hilfe eines Dritten - einigen kann, sei dies durch eine Art Mietzins oder einen angemessenen Preis für das Wohnrecht. Andernfalls wird man halt auf Dauer weiterstreiten.

Das wiederum ist auch eine legitime Lösung - man muss sich halt überlegen ob es einem das Wert ist.

zum Profil... Doris : ( 2017-09-12 07:23:52 / 2051685 ) @Blub

Eine Neuregelung wäre unfair gegenüber den
Wohnrechtsinhabern. Die Cousine hat ja gewusst, dass
sie eine mit Wohnrechten belastete Wohnung übernimmt
- egal, ob durch Schenkung, Erbe oder Kauf. Jetzt
deswegen Terror zu machen, ist fies, illegitim und
illegal.

WinWinWin : ( 2017-09-12 07:27:11 / 2051686 )

AUF DAUER WEITERSTREITEN bringt doch überhaupt nichts!
Der permanente Ärger wegen dieser "GRATIS-WOHNUNG" macht die Beteiligten höchstens KRANK! Die Gedanken kreisen nur mehr um dieses eine Thema. Und der Betrag, um den es geht, fehlt letztendlich den gierigen Erben.


zum Profil... Doris : ( 2017-09-12 13:26:13 / 2051688 ) @WinWinWin

Dann muss man ueberhaupt keine Rechtsgeschaefte mehr abschliessen, wenn danach immer noch jemand kommen und das Leben schwer machen kann, und man dann klein beigeben muss, um noch einigermaszen ungestoert weiterexistieren zu koennen. Kaum hat man um des lieben Friedens Willen den einen (faulen) Kompromiss geschlossen, kommt dann gleich der Naechste daher, der einem seine Rechte streitig machen will.
Hier geht es um mehrere Generationen von Wohnberechtigten. Ob die Mutter ueberhaupt das Geld hat, sich irgendwo anders niederzulassen? Wer wenig Geld hat, den machen die Geldsorgen krank, wenn er ploetzlich schauen muss, wie er mit voellig unerwarteten Ausgaben zurechtkommen soll. Ausserdem: einen alten Baum verpflanzt man nicht. Die Mutter muss ja schon in den 80ern sein.
Soll die gierige Cousine sich gedulden. Sie haette die Wohnung nicht uebernehmen muessen - weder als Erbe, Geschenk und erst recht nicht im Kaufweg.



WinWinWin : ( 2017-09-12 15:44:22 / 2051696 ) @Doris

Ich kann mich sehr wohl in die Situation der alten Frau hineinversetzen. Auch ist mir bewusst, dass man "einen alten Baum" nicht so einfach verpflanzen kann. Wenn einem allerdings permanente Streitigkeiten massiv zusetzen, ist es allemal besser, woanders neu anzufangen, als sich tagtäglich zu ärgern. Gerade Ältere haben nicht mehr die Gelassenheit eines gesunden jungen Menschen und nehmen vieles zu persönlich. Und mit "finanzieller Ablöse" meinte ich nicht die Übersiedlungskosten, sondern die Kosten einer kleineren ET-Wohnung.

zum Profil... blub : ( 2017-09-12 18:24:34 / 2051698 )

Unfair ist nicht gleich rechtswidrig.

Eine Neuregelung wäre für die Wohnrechtsinhaber ökonomisch (vielleicht) von Nachteil - ob es unfair ist, wissen nur die Beteiligten.

ich weiß auch nicht ob die Cousine "gierig" ist. Hat die Tochter des Bruders auch dort gewohnt? Was hat sie als Erbe bekommen, etc.

Ich verstehe jedenfalls, wenn die die Tochter etwas vererbt bekommt(?) und auch einen Wert davon haben will.

Letztlich ist es auch egal - Terror und ähnliches ist zu unterlassen, der Eigentuemer hat aber möglichkeiten den wohnungsinhabern das leben (rechtlich zulässig) schwer zu machen. Was fair ist, müssen die Beteiligten untereinander ausmachen. Weil aufgrund Streitigkeiten oftmals die Empathie fehlt auf die Interessen der anderen einzugehen, empfehle ich da den Blick eines objektiven Dritten. Wenn man nicht will - auch gut.

Ich wäre nur vorsichtig damit allein auf Basis der einseitigen Erzählung der Threaderstellerin die Cousine als die Böse zu identifizieren. Meiner Erfahrung nach ist die Welten selten schwarz weiß.

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