Recht und Gericht in Österreich 
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zum Profil... walbal : ( 2017-09-11 14:13:05 / 2051679 ) Rücktritt von Privatkauf

Mir ist schon klar, dass ich als Käufer grundsätzlich nicht von einem Kauf privat von privat zurücktreten kann.
In meinem Fall kaufte ich ein Smartphone - Zustand super. offen, Display neu noch Folie drauf - stand im Text.
Ich traf mich mit dem Käufer,testete ein bisschen (verschiedene Simkarten, etc.) , bezahlte und fuhr.

Am nächsten Tag bemerkte ich, dass der Akku gleich leer wurde, schickte es ein(war noch Garantie) und mir wurde die Garantie verweigert (Korrisionsschaden hieß es).

Habe ich nun die Möglichkeit, das Geld zurückzubekommen ?
Der Verkäufer redet sich auf EU-Recht etc. aus.

Wäre für eine Antwort dankbar

Antworten:

zum Profil... blub : ( 2017-09-11 18:11:40 / 2051683 )

Auch, wenn die Gewährleistung ausgeschlossen wird, kann man sich auf die mit dem Gegenstand üblicherweise verbundenen Eigenschaften berufen, insbesondere wenn der Kaufgegenstand explizit als "Zustand super" beschrieben wird.

Wenn es so ist wie beschrieben ist es wahrscheinlich auch ein Grenzfall zu List, Täschung bzw. Betrug.

Ich würde da gar nicht viel herumdiskutieren sondern kurz und bündig schreiben (idealerweise mit Screenshot), dass der Vergleich zwischen tatsächlichem Telefon und Anzeige wie ein Betrug wirkt und damit drohen den Sachverhalt zur Anzeige zu bringen.

Die Alternative ist halt eine Zivilklage. Drohen damit wird halt nicht viel bringen, dann schreibt man sich halt ein paar E - Mails bei der jede Seite schreibt, warum das nicht geht, was die andere Seite will.

Strafanzeige androhen.

Strafanzeige einbringen. Wenn Einstellung, dann (je nachdem um welchen Betrag wir reden) Zivilklage oder als Lehrgeld abschreiben.

zum Profil... walbal : ( 2017-09-11 19:22:51 / 2051684 )

Es geht hier um 255 Euro, diem ich wahrscheinlich
abschreiben kann, denn eine Zivilklage wird wohl teurer und
nicht viel bringen, denn dann steht Aussage gegen Aussage,
und ob das dafürsteht ?

zum Profil... blub : ( 2017-09-12 18:39:31 / 2051699 )

Wie gesagt: Ich würde mit der Anzeige drohen (und wahrscheinlich auch machen).

Klage würde ich mir wohl schenken. Kurz ärgern, dann aber einfach vergessen.

zum Profil... walbal : ( 2017-09-13 08:02:28 / 2051702 )

Anzeige bei der Polizei ?
Aber was können die dann machen, da steht Aussage gegen Aussage.
Ich habe mit dem Verkäufer schon per mail Kontakt aufgenommen, der bestreitet alles und meint, nach 3 Wochen würde er nichts mehr zurücknehmen. Ich habe ihm erklärt, dass das Gerät bei Apple war und die den Wasserschaden festgestellt haben.

MagMüller : ( 2017-09-13 23:24:52 / 2051705 )

ich find die leute hier lustig. rechtsrat einholen, dann dagegen reden und sowieso nie den mut für eine klage haben. was bringt es wenn sie die theorie wissen und sich aber nicht trauen weiter zu gehen?)

blub hat bereits geschrieben, dass der ausschluss der gewährleistung hier ungültig wäre, da die sache nicht einmal die für gewöhnlich vorausgesetzten eigenschaften aufweist (§ 922 ABGB). der verkäufer haftet ihnen daher (trotz ausschluss nach § 929 zweiter fall ABGB) im zuge des gesetzlichen gewährleistungsrechts verschuldensunabhängig für mängel, der bei der übergabe vorhanden waren. dass der mangel schon bei der übergabe vorhanden war, wird die ersten 6 monate nach der übergabe vermutet (§ 924 ABGB). sie können zunächst nur die verbesserung oder den austausch verlangen (§ 932 Abs 2 ABGB). wenn das nicht fruchtet, können sie wandlung (§ 934 ABGB) verlangen, da das gerät völlig unbrauchbar ist ohne funktionierenden akku (=gravierender mangel). wenn sie der meinung sind, der verkäufer hat vom mangel gewusst und den bewusst verschwiegen, dann wäre eine anzeige wegen betrug nach § 146 StGB angebracht.

so nun wissen sie alles.

handeln sie oder lassen sie es bleiben.

mfg

RA Peter Müller

MagMüller : ( 2017-09-13 23:26:16 / 2051706 )

wandlung = § 932 Abs 4 ABGB NICHT § 934 ABGB

schiebe es auf die späte stunde.

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