Recht und Gericht in Österreich 
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Nathanael : ( 2017-10-21 12:16:21 / 2051828 ) Privat verkauf auf willhaben

Hallo,
Ich bitte um kurze Hilfe.
Ich habe vor ca 2 Wochen auf Willhaben einen Imac privat verkauft.
Grundsätzlich stand in meiner Anzeige nur die Option der Selbstabholung,
allerdings da der Käufer weiter weg wohnt, hat er mich gebeten es ihm zu
schicken. Ich habe eingewilligt die Versandkosten zu übernehmen und nach
erhalt des Geldes den Artikel zu verschicken.

Einige Tage später meldet sich der Käufer und teilt mir mit, dass der iMac
einwandfrei funktioniert, allerdings 2 sogenannte Thunderbolt Anschlüsse nicht
funktionieren und laut Apple dies ein Hardware problem sei welches bei einer
Reparatur von Apple, 200-450 Euro kosten würde. Der Käufer möchte jetzt
natürlich, dass ich entweder den Kauf Rückgängig mache oder die Kosten
übernehme.

Jetzt meine Frage an Euch. Ist er im Recht? Ich habe mit reinem Gewissen einen
voll funktionsfähigen iMac verschickt. Keine versteckten Mängel. Was beim
Versand passiert ist bzw. was Er vl in der Handhabung falsch gemacht hat kann
ich nicht beweisen oder beurteilen?! Wer ist in der Beweispflicht?
Leider habe ich im Inserat nicht erwähnt, dass es keine
Gewehrleistungs/Garantie gibt. Mein Fehler?

Bitte dringend um Hilfe.
lg


Antworten:

MM : ( 2017-10-21 12:52:42 / 2051829 )

Sie müssen die ersten 6 Monate nach der Übergabe beweisen, dass der Mangel nicht schon bei der Übergabe vorhanden war. Der Käufer hat primär das Recht auf Verbesserung des Mangels oder auf Austausch. Da es sich um eine Sepziessache handelte, wird ein Austausch nicht möglich sein und, da die Verbesserung zu teuer käme, könnte eine Preisminderung hier interessant sein, es sei denn der Artikel wurde von Ihnen schon so preiswert verkauft, dass der hervorgetretene Mangel damit abgegolten ist.

Wenn Sie ihm die Verbesserung oder den Austausch verweigern, kann er den Vertrag gemäß § 932 Abs 4 ABGB rückabwickeln.

Ich würde das Gerät zurücknehmen und ihm das Geld zurückgeben und dann die Sache unter Deklaration des Mangels erneut inserieren. Oder Sie schlagen ihm eine Preisminderung vor.

zum Profil... dieechteroswitha : ( 2017-10-21 17:05:30 / 2051830 )


rechtlich wären Sie besser dran gewesen wenn Sie
hineinschreiben:

Gerät gebraucht, funktionsfähig. Bastlerhit !!!

Mit dem Wort Bastlerhit ist jedes Umtauschen praktisch
unmöglich!

zum Profil... blub : ( 2017-10-22 12:40:59 / 2051841 )

"Wer ist in der Beweispflicht?"

Du - weil die Gewährleistung (da nicht ausgeschlossen) gilt.

Der Anspruch des Käufers auf Verbesserung (Übernahme der Reparaturkosten oder Rücknahme) besteht zu Recht.

MagMeier : ( 2017-10-22 15:09:51 / 2051847 )

Der Käufer hat ein gesetzliches Gewährleistungsrecht, da
Sie dieses nicht ausdrücklich ausgeschlossen haben (§ 929
zweiter Fall ABGB).

Die ersten 6 Monate nach der Übergabe sind Sie in der
Beweispflicht, dass der Mangel nicht schon bei der
Übergabe vorhanden war (§ 924 ABGB).

Als primären Gewährleistungsbehelf kann der Käufer
zunächst nur die Verbesserung des Mangels (auf Ihre
Kosten) verlangen (§ 932 Abs 2 ABGB). Ist dies nicht
möglich oder unverhältnismäßig (Kosten-Nutzen Aufwand),
kann der Käufer eine Preisminderung geltend machen und bei
einem gravierendem Mangel sogar vom Vertrag zurücktreten
(§ 932 Abs 4 Satz 1 ABGB).

Konzipient : ( 2017-10-22 16:08:22 / 2051851 ) @Glumpert

Schenken`s eahm des Glumpert, und guat is

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