Recht und Gericht in Österreich 
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zum Profil... Emso2 : ( 2018-02-18 08:20:55 / 2052126 ) Pferdekauf Rechte des Käufers

Hallo.

Ich habe vor knapp 1 Jahr eine Stute gekauft
(15 Jahre alt und Springpferd, wurde auch für
diesen Zweck gekauft um springprüfungen
machen zu können), habe beim Kauf aber keine
AKU gemacht.
Jetzt vor 1 Monat begann sie zu lahmen.
Diagnose: hufrollenentzündung 3.grades. Das
entwickelt sich laut Tierarzt über Jahre,
sprich das hatte sie bereits beim Kauf.

Kann ich da jetzt noch etwas reklamieren?
Evtl Wertminderung, möchte das Pferd
eigentlich nicht zurückgeben da ich es ja
trotzdem noch reiten kann und auch sehr mag.
Aber evtl minderung des preises.. (Pferd ist
noch nicht ganz bezahlt da eine Bezahlung auf
2 Jahre schriftlich festgelegt wurde)

Antworten:

zum Profil... blub : ( 2018-02-18 09:45:51 / 2052127 )

An sich ein klassischer Gewährleistungsfall:

ein paar Hinweise dazu unter:

https://www.petandpeople.at/tiermagazin/recht/gew%C3%A4hrleistung-beim-tierkauf/

War der Verkäufer ein Züchter / Pferdehändler oder Privater? Was steht im Vertrag. Um wie viel wurde das Pferd verkauft.

Vereinfacht: Wenn es ein Züchter war, steht Gewährleistung zu, bei einem Privatverkäufer kann diese ausgeschlossen werden.

Das Ausmaß einer Preisminderung auf Basis Gewährleistung hängt dann vereinfacht von der Rechnung ab: Wieviel ist ein Pferd X mit 15 Jahren durchschittlich wert, wie viel % weniger mit dem Mangel Y.

Einen Betrag einzubehalten bringt dich einmal in die stärkere Position (der andere muss den Kaufpreis einklagen), kann aber nach hinten losgehen, wenn bspw. die Gewährleistung zu recht ausgeschlossen wurde.

In Wirklichkeit lässt sich das alles unter dem Begriff "Gewährleistung" ergoogeln.

zum Profil... Emso2 : ( 2018-02-18 12:32:15 / 2052129 )

Es war eine Privatperson. Die aber als
trainer, bereiter und vom pferdeverkauf lebt.
Züchtet nur selbst ein wenig. Nicht
offiziell.

Das pferd wurde um 10.000€ verkauft.

zum Profil... dieechteroswitha : ( 2018-02-19 19:26:32 / 2052135 )

Ich komme gerade vom Gacki machen. Muss später noch den
horrenden und bestialischen Gestank durchlüften. Das nur
nebenbei erwähnt.

Also zurück zu Ihrem Thema:

10.000,- sind heftig. Vielleicht könnten Sie
argumentieren es war Wucher?


zum Profil... dieechteroswitha : ( 2018-02-19 19:28:23 / 2052136 )

Ich würde mir an Greenpeace wenden, oder an eine sonstige
Tierschutzorganistation

Wutzlhofer : ( 2018-02-20 09:26:07 / 2052137 )

Den Gigerer sollten Sie verwurschten
lassen. Man nimmt sich ja auch keine
alte Frau, wenn man ein junges Pupperl
haben kann.

.._.. : ( 2018-02-21 09:40:35 / 2052140 )

Wenn dem Vorbesitzer die Erkrankung bekannt war und er
sie verschwiegen hat, ist dies Arglist, da hilft auch
kein Sachmängelausschluss.

Wurde etwas schriftlich festgelegt? Vorerkrankungen
etc. Es wird evtl. eine Beweisfrage sein, ob man dem
Vorbesitzer die Kenntnis nachweisen kann (früheren
Tierarzt befragen, Verschwiegenheitspflicht gibt es für
Tierärzte hoffentlich nicht).

Dressurprinzessin : ( 2018-03-06 10:13:01 / 2052198 )

Ein Pferd auf Raten kaufen? Wieso macht man das? Das
hab ich noch nicht einmal bei meinem M-Dressurpferd
getan und der hat um einiges mehr als nur 10000 Euro
gekostet.

Prinzipiell wird hier die Frage sein, ob der Verkäufer
von der Hufrolle wusste oder nicht. Ich muss dir ja
wohl nicht sagen, dass es im Reitsport genügend Leute
gibt, die sich denken "Mei, lahmt der halt a paar Tage,
wird scho wieder besser".

Keine Ahnung, bei welchem "Händler" du dir das Pferd
geholt hast, aber auch da gilt zunächst immer
vorsichtig zu sein, Pferdehändler sind eben ... naja,
Pferdehändler eben. Was meinst du übrigens mit "Nicht
offiziell"? Das bedeutet wohl, dass du weder einen
Kaufvertrag noch eine schriftliche Zahlungsvereinbarung
hast, oder? Bzgl. der Beweispflicht braucht er nur
sagen, bei ihm hat die Stute nicht gelahmt. Bei dir ist
sie ja offensichtlich auch über längere Zeit und sogar,
während sie im Sport aktiv war, gerade gegangen.

Alles in allem denke ich, dass es schwierig wird, dem
Händler zu beweisen, dass er von der Hufrolle gewusst
hat. Wenn er das Pferd selbst auch nur kurzzeitig als
Handelspferd besessen hat, muss sie da ja nicht gelahmt
haben. Vielleicht kannst du dich mit ihm zusammesetzen
und er kommt dir etwas entgegen. Wobei ich darauf aber
nicht unbedingt setzen würde, wenn ich ehrlich bin.

bzgl. 10.000 Euro sind Wucher: Für ein Sportpferd ist
das sogar ein durchaus günstiger Preis. Ein gut
gerittenes Dressurpferd bekommt man durchschnittlich ab
ca. 30.000 euro aufwärts...

Rosstäuscher : ( 2018-03-06 14:40:01 / 2052206 ) @Dressurprinzessin

Sie müssen ja ganz schön g´stopft sein!?!
30.000.- aufwärts für einen lahmen Gaul?
Da bleibt mir die Spucke weg, aber ich bin
ja auch kein Luxuspupperl.

.. : ( 2018-03-06 14:55:57 / 2052207 ) einen

15jährigen springer ohne aku zu kaufen ist schlicht und ergreifend grob fahrlässig.
da wollte wohl wer wieder am falschen platz sparen.

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