Recht und Gericht in Österreich 
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Saskia : ( 2007-06-08 17:38:39 / 914034 ) Witwenpension bei eigener Berufstätigkeit

Hallo,
ich wüsste gerne, ob man auch auf eine Witwenpension Anspruch hat, wenn man selbst berufstätig ist.
Geschichte dahinter: Der Mann meiner Freundin ist verstorben, er war Beamter, Schuldenberg durch Hausbau ist da, der Mann ging krankheitsbedingt selbst vor ca. einem Jahr in Frühpension und daher musste die Frau als Friseurin dazu verdienen. Sie ist völlig verzweifelt, bekommt unterschiedliche Aussagen und ist ziemlich am Ende.
Bekommt sie eine Witwenpension trotz eigenem Einkommen (das zum Schluss sogar geringfügig höher war als die Frühpension des Mannes)? Sie möchte weiterhin arbeiten.
Habe selbst versucht Infos zu bekommen, sie ist dazu im Moment nicht in der Lage und die Behörden sagen mir als nicht Angehörige nichts und bis die die Bescheide bekommt, dass kann noch Wochen dauern. Ein bisschen Sicherheit wäre im Moment sehr hilfreich für sie.
Ich selbst denke, sie bekommt zumindest einen Teil der Witwenpension, oder? Die Frühpension des Mannes war ca. 1200 Euro.
Danke für jede Hilfe!!!!

Antworten:

Hella : ( 2007-06-08 18:01:12 / 914059 )

gib mal bei google "witwenpension" ein. da wirst du garantiert fündig.

Saskia : ( 2007-06-08 18:29:54 / 914087 )

Klar werde ich da fündig, habe ich natürlich zuvor auch getan. ABer da gibtx lauter verschiedene und teilweise für meinen Laien wie mich kaum verständliche Antworten.

Daher habe ich mir erlaubt, hier zu fragen, in der Hoffnung, eine nette, brauchbare Antwort zu bekommen. Also keine von einem Googel-kann-alles-Poster ;)

zum Profil... Doris : ( 2007-06-08 19:49:12 / 914164 ) @ Saskia

Wenn Ihre Freundin Ihnen eine entsprechende Vollmacht ausstellt, wird Ihnen die Pensionsversicherungsanstalt Auskunft geben, auch wenn Sie keine Angehoerige sind.

Rosalie : ( 2007-06-08 21:25:38 / 914230 ) @Saskia

Selbstverständlich steht Ihrer Freundin eine Witwenpension zu. Eigene Berufstätigkeit hat damit nichts zu tun. Es gibt allerdings unterschiedliche Regelungen bezüglich Ehedauer, Alter der Witwe, ob die Ehe kinderlos war oder nicht, und sonstige Feinheiten, die sich aber sicher bei der Pensionsversichungsanstalt erfragen lassen.

Meine berufstätige Schwester ist selbst vor einigen Jahren verwitwet, ihr verstorbener Mann war noch unter 40, das Kind in der Unterstufe, das Haus mit einem Schuldenberg belastet. Wir dachten damals auch, die Welt geht unter. Mit ihrem eigenen Gehalt, Witwenrente, Halbwaisenrente und FBH fürs Kind kommt sie mittlerweile ganz gut über die Runden.

Ich verstehe, daß Ihre Freundin im Moment verzagt ist. Sie sollte sich trotzdem umgehendst mit der Pensionsversicherungsanstalt ihres verstorbenen Mannes in Verbindung setzen.


zum Profil... Doris : ( 2007-06-08 22:05:06 / 914260 ) @ Rosalie

Ich muss Ihren Optimismus etwas daempfen. Ganz so "selbstverstaendlich" ist der Pensionsanspruch nicht. Neben den von Ihnen angefuehrten Feinheiten spielt auch das Einkommen der Witwe sowie das des Verstorbenen (bzw. sein Pensionsanspruch) eine Rolle. Die Witwenpension kann zwischen 0 und 60 % der Pension des Verstorbenen betragen.
Details dazu sind unter www.help.gv.at bzw. www.pensionsversicherungsanstalt.at nachzulesen.
Das Antragsformular wird i.d.R. der Witwe/dem Witwer automatisch vom Sozialversicherungstraeger zugesandt.

zum Profil... KIRAausdemAndreasHoferLand : ( 2007-06-09 14:36:50 / 914670 ) Saskia

Liebe Saskia, eigentlich wollte ich nix mehr im Forum schreiben. Aber Dein Hilferuf geht mir sehr zu Herzen.
Mein Gatte ist vor über einem halben Jahr verstorben. Ich bin ebenfalls selbständig berufsstätig und ärgere mich mit der PVA herum, bez. der Witwenpension. Ich kann Dir nur raten, sofort von den letzten 5 Jahren die Einkommenserklärung vom Finanzamt herzurichten, die wollen die gleich mal haben. Ich habe mir bei der PVA das passende Formular herunter geladen und dann mit Hilfe eines Versicherungsangestellten am Telefon das Teil ausgefüllt. Dieser Herr war sehr freundlich, hat mir jedoch teilw. falsche Auskünfte gegeben. Nun geht das seit einiger Zeit hin und her, weil die immer wieder was haben wollen. Du brauchst dazu: die Todesbestätigung, die Bestätigung des Todes vom Standesamt, Passkopien des Verstorbenen und Deine eigenen, resp. der Freundin. Eine Kopie der Einantwortungsurkunde,Meldezettel-Kopie von der Witwe,Kopie der Heiratsurkunde, Kopie der Staatsbürgerschaftsurkunde von der Witwe und des Verstorbenen, beide Geburtsurkunden in Kopie. Der Papierkram ist immens. Die Versicherung berechnet dann die Pension aus dem derzeitigen Einkommen der Witwe und dem Einkommen des Verstorbenen. Wenn Du noch was wissen willst, schicke mir ein Mail. Alles Gute....Kira

zum Profil... KIRAausdemAndreasHoferLand : ( 2007-06-09 14:46:37 / 914677 ) Saskia

eins habe ich noch vergessen: Deine Freundin muss auf die Bank und dort ein sog. Pensionskonto eröffnen. Die Bank teilt dem Versicherungsträger dann Kontonummer und sonstiges mit. Damit ist gewährleistet, dass die Versicherung gleich nach Abschluss der Formalitäten das Geld überweisen kann. Ausserdem steht der Witwe rückwirkend auf den Todestag ihres Gatten das Geld zu. dh.
falls der Gatte schon vor 4 Monaten verstorben ist, bekommt sie das Geld für die 4 Monate bezahlt. Den Antrag muss sie aber innerhalb von 6 Monaten ab Todestag einreichen. Liebe Grüsse..Kira

zum Profil... Doris : ( 2007-06-09 19:16:05 / 914879 ) @ KIRAausdemAndreasHoferLand

Sind Sie sicher, dass man auch die Einantwortungsurkunde (Verlassenschaft) benoetigt? Das ist mir neu. Bis man die in Haenden haelt, koennen viele Monate vergehen.

zum Profil... Helena : ( 2007-06-10 02:14:46 / 915228 )

wir haben weder eine einantwortungsurkunde noch eine passkopie gebraucht. ist eine frau nicht selbstständig wird auch ein jahreslohnzettel reichen. zumindest war es bei uns so.
meine tochter bezieht seit april eine halbwaisenpension. ihr papa ist ende november gestorben. und die verlassenschaft ist bis heute noch nicht abgeschlossen. da würden wir noch lange auf die pension warten, wenn wir von dem auch noch den schrieb brauchen würden. ich wundere mich nicht mehr, dass manche nach einem begräbnis ins finazielle fiasko stürzen.

zum Profil... KIRAausdemAndreasHoferLand : ( 2007-06-10 12:26:42 / 915502 ) @doris

Das mit der E-Urkunde ist richtig. Die Pension kann aber schon vorher beantragt werden. Die PVA in Tirol wollte diese haben. Bei mir hat es genau 3 Monate gedauert, bis die Erbschaft abgewickelt war...also relativ flott. Dadurch dass ich selbständig erwerbstätig bin, ist das ganze eine Höllenprozedur und mittler Weile habe ich einen Riesenzorn auf die Brüder, weil die nicht weiter tun. Ich habe die Pension zwar rechtzeitig angemeldet aber bis heute nix davon gesehen. Wie sich der Staat das vorstellt: keine Ahnung. Wenn eine Witwe keine Reserven hat, schaut sie toll aus der Wäsche, vorallem wenn kleine Kinder da sind. Ich werde vom weiteren Vorgang berichten.
Hoffentlich erlebe ich das noch....ggg
Liebe Grüsse...Kira

Saskia : ( 2007-06-11 10:05:32 / 916628 )

Hallo,
ich danke euch allen sehr für eure Antworten. Leider ging hier alles drunter und drüber. Meine Freundin ist am Samstag zusammengebrochen, liegt nun im Krankenhaus, war gestern noch nicht ansprechbar. Die Tochter (12) haben wir derweilen aufgenommen, sie versteht sich gut mit unseren Kindern. Es gibt ausser die über 80jährige Schwiegermutter keine in der Nähe lebenden Verwandten mehr. Meine Freundin ist 40, ihr Mann war 55. Graf vorhin habe ich wieder versucht bei der PV eine Info zu bekommen, aber ich hatte keine Chance.
Meine Freundin ist total am Ende, ehrlich gesagt wohl weniger wegen dem Tod des Mannes (der hat sie öfter betrogen und solche Sachen), sie hatten schon einige Monate getrennt gelebt, wohl mehr über die enorme finanzielle Last, sie war schon an den Grenzen und nun das.
Dann müssen wir wohl zuwarten, bis sie wieder gesund und bei Kräften ist.
Danke!!!

zum Profil... KIRAausdemAndreasHoferLand : ( 2007-06-11 15:25:29 / 917264 ) Saskia

Wenn Du noch Auskünfte brauchst, bitte ein Mail schreiben oder hier posten. Vielleicht kann ich Dir weiterhelfen.
Hab, wie bereits beschrieben meine Erfahrungen gemacht.
Alles Gute...Kira

Minnimaus : ( 2010-03-17 03:35:18 / 1901596 ) Witwenpension

Sehr geehrte Damen und Herren !

Mein Partner war vor mir 25 Jahre verheiratet.Ich bekomme die Mindestpension. Wenn ich meinen Partner heirate,bekommt seine Exfrau auch noch eine Witwenpension von Ihm?

ki : ( 2010-03-17 07:38:44 / 1901610 ) minimaus

wie willst du denn einen verstorbenen heiraten?
denn ansonsten gibt es keine witwenpension!


mieterin : ( 2010-03-17 09:34:47 / 1901665 )

wenn er unterhaltspflichtig war oder schuldig geschieden wurdem bekommt sie auch was.

zum Profil... Doris : ( 2010-03-17 09:42:51 / 1901670 ) @ Minnimaus

... und wenn Ihre Ehe vor dem Ableben Ihres Partners nicht lange genug gedauert hat und auch keine gemeinsamen Kinder vorhanden sind, bekommen SIE nichts.

Witwenpension : ( 2010-03-17 09:43:04 / 1901671 )

Das kommt darauf an. Wenn im Scheidungsurteil eine Unterhaltsverpflichtung festgeschrieben wurde, dann hat die Exfrau Anspruch auf Witwenpension in Höhe des zuletzt tatsächlich bezahlten Unterhalts. Ausgenommen sie wurde nach §55 geschieden, dann erhält sie die volle Witwenpension, also jene Pension, die sie erhalten hätte, wäre die Ehe noch aufrecht gewesen. Dieser Anspruch schmälert den Pensionsanspruch einer weiteren Witwe nicht, sofern die Summe der Ansprüche 120% der ursprünglichen Pension nicht übersteigt. Das wäre aber nur bei 3 unterhaltsberechtigten Witwen der Fall. Dann würden alle Ansprüche anteilsmäßig gekürzt, sodass die Summe 120% ergibt.

Eine Mindestpension gibt es nicht, nur die Ausgleichszulage.

Ich würde mir lieber Sorgen um die eigene Pension machen. Wenn der Partner eine wesentlich höhere Pension hat, würde sich eine Eheschließung für den Fall des Falles doch auszahlen. Viele Lebensgefährtinnen stehen nach dem überraschenden Tod des Partners mit langem Gesicht da, weil sie nicht mal das Schwarze unterm Nagel bekommen und auch kein gesetzliches Erbrecht haben.

@Doris : ( 2010-03-17 09:46:39 / 1901674 )

Das ist so nicht richtig. Wenn keiner der beiden in Pension ist, der Altersunterschied eine gewisse Zahl nicht übersteigt (müsste ich jetzt nachschauen) und das Alter von 35 Jahren überschritten ist, besteht der Anspruch auf Witwenpension praktisch sofort nach der Eheschließung. Wenn der Ehemann schon in Pension ist, muss die Ehe mindestens 3 Jahre gedauert haben, um einen Anspruch auf Witwenpension zu begründen.

Bei gemeinsamen Kindern gibt es auf jeden Fall sofort einen Pensionsanspruch auf unbegrenzte Dauer.

zum Profil... Doris : ( 2010-03-17 09:58:52 / 1901681 ) @ @ Doris

Sie schreiben: wenn KEINER der beiden in Pension ist - die Fragestellerin bezieht jedoch bereits eine Mindestpension.

Und dass es bei gemeinsamen Kindern unabhaengig von der Dauer der Ehe einen Pensionsanspruch gibt, geht aus meinem Eintrag ohnedies hervor.

Korrektur : ( 2010-03-17 10:21:52 / 1901696 )

Der Verstorbene darf noch nicht in Pension gewesen sein, damit der Anspruch auf Witwenpension sofort schlagend wird.

Die Mindestanzahl von Jahren muss nur dann erfüllt sein, wenn der Verstorbene zum Zeitpunkt der Eheschließung bereits eine Pension bezogen hat.

Im Extremfall: wenn eine 35jährige einen 64.95jährigen heiratet und dieser dann einen Monat nach der Eheschließung in Pension geht, ist sie sofort voll witwenpensionsberechtigt. Ist die potentielle Witwe zum Zeitpunkt des Todes ihres Gatten unter 35, muss die Ehe 10 Jahre gedauert haben (ohne Kind).

Welcher Art die Einkünfte der Witwe sind, ist ohne Belang, es kommt nur auf die Höhe an.

Allegria : ( 2012-06-01 11:48:24 / 2013418 ) Witwenpension - nicht in der Ehe enstandene Kinder

Hallo!

Mein Lebengefährte und ich haben eine Tochter (2 Jahre) und das 2te Kind ist unterwegs. Wir sind noch nicht verheiratet, haben es aber vor.

Meine Fragen: Falls meinem zukünftigen Mann etwas passieren sollte, wie lange müsste ich dann mit ihm verheiratet gewesen sein um Anspruch auf Witwenpension zu haben. Ich habe gelesen, dass es mindestens 3 Jahre sein sollen - ist das auch so wenn wir gemeinsame Kinder haben?

Unsere Kinder sind demnach vor der Eheschließung entstanden. Im Falle einer Heirat, gelten dann unsere Kinder als "in der Ehe entstandene Kinder"?

Auf sämtlichen Informationsseiten bezüglich der Witwenpension finde ich immer den Wortlaut " in der Ehe entstandene Kinder".


Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

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